Windows aufräumen







Vermutlich ist es jedem Windows Anwender irgendwann schon mal aufgefallen, dass Windows im Laufe der Zeit immer mehr an Speicherplatz beansprucht. So benötigt ein frisch installiertes Windows 7/8/10 zu Beginn nur knapp 10 GB (32Bit) oder ca. 16 GB bei 64Bit. Nach einigen Jahren Nutzung, kann der Festplatten-Verbrauch aber auf über 50 GB angestiegen sein. Die Installationen von Treibern und Programmen, sowie die Updates von Windows brauchen natürlich "berechtigter Weise" ihren Speicherplatz. Aber es gibt auch eine Menge an "Alt"-Daten, z.B. die temporären Dateien und frühere Sicherungspunkte, welche nicht mehr benötigt werden und 100%-ig sicher gelöscht werden können.

Im Folgenden findet Ihr die wichtigsten Methoden um bei Windows 7, 8 und 10 eine Menge an solchen alten Daten zu löschen. Je länger Eure letzte "Putz-Aktion" her ist, desto höher wird der Speicherplatz sein, der wieder frei wird:





 

Die Datenträgerbereinigung:
Windows 7, 8 und 10 bieten eine eigene Funktion, um alte nicht mehr benötigte Dateien zu entfernen: Im Windows-Explorer klickt die Festplatte C: mit rechter Maustaste an – Eigenschaften – dort klickt Ihr dann unter dem Reiter "Allgemein" auf Bereinigen. Windows scannt dann, und schließlich kommt ein neues Fenster, wo Ihr anhaken könnt, was alles gelöscht werden soll. Mit OK wird der Bereinigungsvorgang gestartet. Klickt danach auch auf "Systemdateien bereinigen". Dort unter dem Reiter „Weitere Optionen“ können alte Systemwiederherstellungspunkte und Schattenkopien bereinigt werden, dieses bringt Euch besonders viel neuen freien Speicherplatz.

Falls Ihr ein Upgrade von Windows durchgeführt habt, oder Windows Drüber-Installiert hattet, findet Ihr in dem Menü "Systemdateien bereinigen" auch den Punkt: "Vorherige Windows-Installation(en)", den Ihr entfernen könnt. Damit wird dann der Ordner "Windows.old" gelöscht, welcher das Backup der früheren Windowsinstallation enthält.

Dasselbe führt anschließend auch für alle anderen Festplattenlaufwerke durch. Die Schattenkopien können natürlich sinnvoll sein, denn von jeder Datei, die man neu überspeichert, da wird der alte Stand als „Schattenkopie“ (vorherige Dateiversionen) per Backup gesichert. Wer also die Schattenkopien löscht, bekommt eine Menge Speicherplatz frei, aber verliert auch diese Backups.


Windows aufräumen Datenträgerbereinigung


Nachdem Ihr auf Systemdateien bereinigen klickt, erscheint nochmal ein Fenster, in welchem Ihr unter "Weitere Optionen" auch noch die alten Systemwiederherstellungspunkte und Schattenkopien entfernen könnt:

Windows aufräumen Schattenkopien







Keine unseriösen Zusatz-Programme installieren:
Dieser Tipp hilft Euch nicht, um "nachträglich" aufzuräumen, sondern ist eine Hilfe, dazu beizutragen, dass Euer Windows erst gar nicht "zugemüllt" wird. Besonders schädlich für Windows sind nämlich nicht temporäre Dateien, die sich auf der Festplatte ansammeln, sondern die unseriösen Zusatzprogramme. Zum Beispiel gibt es oft Freeware-Programme, welche dem Anwender versuchen, während des Setups, zusätzliche Werbe-Programme unterzujubeln. Solche Software nenne man AD-Ware, und diese Software läuft dann im Hintergrund ständig mit, und kann später diverse Probleme unter Windows auslösen, besonders wenn mehrere verschiedener solcher Tools im Hintergrund arbeiten. Wie man nun solche AD-Ware vermeiden kann, dass könnt Ihr unter dem folgenden Artiekel auf Chip.de nachlesen:

Vorsicht Adware! Werbung nach Installation von Freewaren








Uninstall Dateien für Windowsupdates:
Dies ist kein Tipp, sondern nur eine Info: Für jedes Windowsupdate und Service Pack welches installiert wird, wird ein Backup der alten Systemdateien abgespeichert. Diese Backups sind dafür da, dass wenn mit dem Update irgendetwas nicht klappen sollte, man die Installation rückgängig machen kann. Da mit der Zeit aber viele hunderte solcher Updates installiert werden, sammeln sich dementsprechend auch hunderte Backups für alte Sicherheitsupdates an – und wenn alles am PC gut funktioniert wird niemand wieder irgendeines der alten Updates löschen wollen. Bei Windows 7/8/10 werden diese alten Backups zusammen mithilfe der Schattenkopien-Funktion gesichert. Wer also den Speicherplatz freigeben möchte, braucht lediglich mithilfe der Datenträgerbereinigung unter „Weitere Optionen“ die Schattenkopien bereinigen.



 

Papierkorb leeren:
Wer schon lange nicht mehr den Papierkorb geleert hat, kann auch dort nachschauen ob dieser eventuell etliche GB enthält. Klickt im Windows Explorer oben (in der Adress-Zeile) auf das kleine Dreieck ganz links, dort befindet sich der Papierkorb.



 

Der CCleaner:
Dieses Programm entfernt besonders zuverlässig alle temporären Internetdateien, temporäre Dateien von Programm-Installationen, sowie die temporären Dateien von Windows selbst. Das lohnt sich alle ca. 6 Monate. Wenn das noch nie gemacht wurde, kann es sein, das hierbei auch viele GB an Daten gelöscht werden. Bei der Installation aber bitte darauf achten, nicht die Toolbar mit zu installieren. Außerdem verwendet bei diesem Programm am besten nur den Bereich "Cleaner", nicht den Bereich "Registry Scanner". Downloaden könnt Ihr den CCleaner auf Chip.de: CCleaner Download


CCleaner Temporäre Dateien löschen




 

Windows-Ordner Winsxs:
Dies ist kein Tipp, sondern nur eine Info: Auch der Ordner „Winsxs“, kann sehr groß werden. Denn seit Windows Vista/7/8/10 dürfen Fremdprogramme keine Windows-eigenen Systemdateien mehr überschrieben. Das hat den großen Vorteil, dass die Stabilität von Windows nicht mehr durch Fremd-Programme beeinträchtigt werden kann. Der Nachteil ist lediglich der etwas höhere Speicherverbrauch. Löschen darf man den Ordner auf keinen Fall, da viele Programme ihre Systemdateien drin abspeichern. Der Winsxs Ordner verbraucht zwar einigen Speicherplatz, sollte jedoch als ein "Stabilitäts-Feature" angesehen werden.




 

MEMORY.DMP:
Stürzt Windows ab, wird je nach Windows-Einstellung in der Datei MEMORY.DMP ein Speicherabbild zum Zeitpunkt des Absturzes gespeichert. Diese Datei kann je nach Windows-Einstellung so groß wie der genutzte Arbeitsspeicher sein (also mehrere GB) und nimmt dann unnötig Speicherplatz auf der Festplatte C: weg. Diese Datei Memory.dmp kann jederzeit bedenkenlos gelöscht werden.

 


 

Die Auslagerungsdatei verschieben:
Es gibt weiterhin auch noch die so genannte Auslagerungsdatei, welche dafür da ist, wenn der Arbeitsspeicher voll ist, stattdessen die Festplatte mit zu benutzen. Auch wenn wir heutzutage in der Regel mehr als genug Arbeitsspeicher haben, braucht Windows, sowie einige Programme, trotzdem eine Auslagerungsdatei. Für PCs auf denen Windows 7/8/10 installiert ist, würde ich ganz allgemein eine 4 GB große Auslagerungsdatei empfehlen. PCs mit wenig Arbeitsspeicher, (z.B. 2 GB) bekommen damit reichlich zusätzlichen Speicherplatz, und PCs mit viel Arbeitsspeicher (z.B. 16 GB) brauchen eigentlich ja keinen Zusatzplatz, daher reichen 4 GB für die Auslagerungsdatei auch hier aus.

Eine fest eingestellte Auslagerungsdatei läuft etwas schneller, da hierbei Windows nicht zwischendurch eine „größere“ anlegen muss. Und wenn man die Auslagerungsdatei auf D: legt, spart man Speicherplatz auf C: - dadurch werden dann z.B. Images von Windows schneller erstellt.


Klickt im Windows Explorer mit rechter Maustaste auf "Computer / Dieser PC"  - Eigenschaften – Links in den Ordneraufgaben auf „Erweiterte Systemeinstellungen“ - Reiter: Erweitert - Bei Leistung auf: Einstellungen - Reiter: Erweitert - Virtueller Arbeitsspeicher: Ändern

Nun den Haken bei automatisch Verwalten entfernen und dann:
Festplatte D: anklicken: Benutzerdefinierte Größe - Anfang und Ende je auf z.B. 4096 MB – Festlegen
Festplatte C: anklicken: Keine Auslagerungsdatei – Festlegen – OK – OK – OK – PC Neustarten



Auslagerungsdatei auf andere Partition verschieben

 

Manchmal bleibt die Auslagerungsdatei nach dem Verschieben und nach dem PC-Neustart trotzdem noch auf der alten Festplatte liegen. Windows benutzt diese Datei "pagefile.sys" dann zwar nicht mehr, löscht diese aber auch nicht. Ihr könnt diese dann aber im Windows Explorer manuell löschen, sie liegt immer direkt im Hauptverzeichnis der entsprechenden Festplatte. Allerdings muss man in den Ordneroptionen die versteckte Dateien und die geschützten Systemdateien anzeigen lassen, damit man sie sehen kann.






 

Unerkannte „Speicherfresser“ finden mit Sequoia:
Manche Programme legen z.B. irgendwelche Log-Dateien an, oder Vorschau-Dateien, welche sehr groß werden können. Solche Dateien liegen dann z.B. versteckt im Ordner „Appdata“. Aber auch man selber hat manchmal Dateien gespeichert, wo man sich selbst gar nicht bewusst war, wie viel Speicherplatz sie eigentlich benötigen. Es gibt ein tolles kleines Programm, welches nicht installiert werden braucht, mit dem man sich grafisch alle Dateien auf der Festplatte anzeigen lassen kann. Große Kästchen sind hierbei große Dateien, kleine Kästchen sind kleine Dateien – damit kann man sehr schnell den „Speicherfressern“ auf die Spur kommen: Sequoia

 

Die Datei pagefile.sys im Hauptverzeichnis ist übrigens eine wichtige Systemdatei für den virtuellen Arbeitsspeicher, diese darf nicht gelöscht werden.

Die Datei hiberfil.sys im Hauptverzeichnis von C: ist eine Systemdatei für den Ruhezustand. Wenn Ihr Speicherplatz sparen möchtet, könnt Ihr den Ruhezustand deaktivieren und dann die hiberfil.sys manuell löschen. Zum Deaktivieren klickt auf Start - Suchen – und sucht nach cmd - Klickt links auf die Eingabeaufforderung mit rechter Maustaste an – und klickt unten auf: Als Admin ausführen. Nun kommt ein schwarzes Fenster, in diesem gebt folgenden Befehl ein: powercfg -h off.
Mit powercfg -h on könnt Ihr den Ruhezustand wieder aktivieren

Die 265 MB große Datei swapfile.sys im Hauptverzeichnis von C: ist eine Systemdatei für die Windows 8 Metro.






Unerkannte „Speicherfresser“ finden mit Treesize:
Ein weiteres gutes Programm um unerkannte „Speicherfresser“ zu finden ist TreeSize, mit diesem kann man schnell sehen wie viel Speicher jeder Ordner benötigt, indem das Programm die Ordnerstruktur nach Speicherverbrauch sortiert. Ein Balken zeigt auf Wunsch grafisch an, wie viel Prozent der Festplatte, die verschiedenen Ordner benötigen. So lassen sich sehr schnell die Ordner finden, welche besonders groß sind. Auch TreeSize braucht nicht installiert werden.




Defragmentieren:
Und am Schluss der ganzen Bereinigungen, ist es empfehlenswert die Festplatte zu defragmentieren -  dabei werden die Daten auf der Festplatte sinnvoll angeordnet. Das lohnt sich ebenfalls alle ca. 6 Monate: Windows Explorer – Rechtsklick auf die entsprechende Festplatte – Eigenschaften – Tools – Jetzt Defragmentieren (Bei Windows 10: Optimieren) – und klickt auf Jetzt Defragmentieren – wählt die Laufwerke aus und dann auf OK. Die Windows-Defragmentierung ist hierbei schon recht effektiv, alternativ-Programme verbessern die Leistung nur minimal.



 

 

Zu den Registrie – Tuning Programmen:
Es gibt viele Programme im Internet, die versprechen diese oder jene Einstellung in der Registrie wäre nicht optimal. Früher bei Windows 95/98 haben solche Registrie - Änderungen auch wirklich noch gut geholfen. Aber schon seit Windows 2000 und XP hat Microsoft selbst, diese Einstellungen optimiert. Viele der Tipps bringen gar nichts mehr, weil Windows diese Funktion schon ganz anders löst. Außerdem ist die Registrie eine empfindliche Schaltzentrale im System, wenn man daran zu viel verändert, kann es teilweise erst Monate/Jahre später, wenn man etwas Neues installieren/nutzen möchte, zu irreparablen Fehlern führen. Besonders von Einstellungen die den Systemstart/Shutdown verschnellern, kann nur abgeraten werden. Denn Windows benötigt nun mal seine Zeit um all die Dienste die es gibt, ordentlich zu starten, und am Ende ordnungsgemäß wieder zu beenden. Dafür haben wir dann auch ein stabiles System welches lange gut funktioniert. Wenn wir z.B. aber das Herunterfahren des PCs beschleunigen, brechen wir damit wichtige Systemprozesse radikal ab – und so etwas führt früher oder später, oft zu Problemen am PC.

Ein weiterer Irrglaube: Oft wird gesagt, dass eine schlankere Registrie automatisch ein schnelleres Windows bedeutet – diese Aussage ist nicht richtig, da Windows beim Starten gar nicht die komplette Registrie einlädt. Nur bei Bedarf wird der jeweils benötigte Teil der Registrie eingelesen. Das bedeutet, dass die Registrie sogar 1 GB an Speicherplatz beinhalten könnte, ohne dass Windows dadurch langsamer würde.

 


 

 

Ein altes instabiles und langsam gewordenes Windows aufräumen:
Mit älteren PCs ist es oft folgendermaßen: Der PC, die Hardware selber ist einwandfrei und eigentlich auch sehr flott. Aber Windows ist durch viele Installationen im Laufe der Jahre stark „verschlissen“. Jedes neue Programm ist eine neue Belastung, besonders für ein inzwischen „instabiles“ Betriebssystem. Ein frisches installiertes Windows kommt damit noch gut klar, aber ein altes verbrauchtes Windows, fängt irgendwann an immer langsamer zu werden, und immer öfter abzustürzen.

Oft liegt es auch an Viren und Trojanern, welche unerkannt "Ihr Wesen" treiben. Aber auch Programme die ständig im Hintergrund mitlaufen, verlangsamen den PC immer weiter. Auch manche PC-Spiele mit einem aggressiven Kopier-Schutz, der die ganze Zeit im Hintergrund mitläuft, kann die Windows-Stabilität und Geschwindigkeit reduzieren. Ebenfalls eine Belastung für Windows, sind manche Internet-Security-Programme, die am besten gleich 10 Module auf einmal installieren. Gut gemeint, aber ein einfacher Antivirus würde zum Schutz ausreichen, wenn man sich sonst vorsichtig im Internet verhält.

In seltenen Fällen liegt ein langsames und instabiles Windows an einem Treiber-Problem. Hier hilft es, von allen Geräten des PCs einen aktuellen Treiber zu installieren.

Und in noch selteneren Fällen liegt ein instabiles Windows an einem Hardware-Defekt. Wenn ein Bauteil nicht mehr richtig arbeitet, kommt es zu Fehlern und Abstürzen.

 

Wirklich empfehlen kann man bei solchen langsam gewordenen PCs nur, die Festplatte zu formatieren und Windows ganz neu zu installieren. Dadurch wird der PC wieder so schnell und stabil, wie ein ganz neuer PC. Und auch bei Viren oder Trojanern ist dieses die effektivste Lösung, denn nur dadurch werden 100%ig alle Viren zuverlässig gelöscht.

 


 

Wer aber nicht formatieren kann, sollte folgende Punkte beachten:
Ein solches instabiles Windows sollte wie ein rohes Ei behandelt werden: Auf keinen Fall sollte man weitere neue Programm-Installationen tätigen. Auch das Verändern von Windows-Einstellungen kann schon zu Abstürzen führen. Durch Deinstallationen von nicht mehr benötigten Programmen kann man mit ein wenig Glück den PC noch einmal ein wenig aufpeppen, aber wirklich flott und stabil wird ein solches Windows nicht mehr.

In den Tipps oben auf dieser Seite findet Ihr ein paar weitere Tipps welche helfen können. Schaut auch die Tipps bei Windows verschnellern, die helfen auch, einen langsamen PC ein bisschen schneller werden zu lassen. Weiterhin besteht bei einem solchen alten Windows aber immer die Gefahr, dass jede Kleinigkeit an Veränderung an einem solchen PC, zu einem völligen "Zusammenbruch" von Windows führen kann. Daher solltet Ihr, bei einem instabilen PC, dringend alle Eure wichtigen Daten sichern, z.B. auf DVD gebrannt, auf eine externe Festplatte oder auf einem USB-Stick.






 

Einen Kommentar hinterlassen (2)
(z.B. Feedback, Ergänzungsvorschläge, Erfahrungsberichte, etc.)

 

Letzte Änderung: 21.01.2017 14:34:19




 



Dezember 2017:


Xavier Naidoo - Der Fels


nach oben