Backups mit Drive Image XML und Windows 7 Builder DVD





 

In diesem Kapitel wird beschrieben, wie man mit dem kostenlosen Programm Drive Image XML ein Backup von Windows (95, 98, Me, 2000, XP, Vista, 7, 8, 10) erstellen kann, mit allen Maßnahmen welche nötig sind, um ein solches Backup im "Falle des Falles" auch wieder erfolgreich zurückzuspielen. Hierfür benötigen wir eine Windows 7 DVD und einen USB Stick.




Hinweis:
Inzwischen gibt es auch ein neues kostenloses Image-Programm, nämlich Macrium Refelect. Mit diesem Image-Programm könnt Ihr eine Rescue-CD brennen, mit welcher Ihr den PC booten könnt, um ein Image zurück zu spielen. Damit bietet Macrium Reflect die gleiche Funktionalität wie "Drive Image mit der Win7 Builder DVD", allerdings ohne dass wir uns die ganze Mühe machen brauchen, die Win7-Boot-DVD manuell zu erstellen.





Nun aber weiter zu der bisherigen Anleitung, welche selbstverständlich nach wie vor funktioniert: Die Kombination von der Windows 7 PE-Builder-DVD mit dem Drive-Image-XML war, bis Erscheinen von Macrium Reflect, die zuverlässigste kostenlose Alternative im Vergleich zu alternativen Image Kauf-Programmen. Der Nachteil bei Windows 7 PE Builder DVD und Drive Image XML liegt darin, dass man erst ein wenig Zeit braucht um die Boot CD zu erstellen. Weiterhin braucht man eine Windows 7 DVD (ohne, oder mit Service Pack 1). Wenn man aber alles erfolgreich geschafft hat, kann man mit Drive Image XML recht komfortabel und vor allem auch zuverlässig Backups erstellen.

 

Drive Image XML ist ja ein kostenloses Image-Backup-Programm, welches jedoch nicht im laufenden Betrieb das eigene Windows überschreiben kann. Aber genau diese Funktion brauchen wir in einem Notfall. Zum Glück gibt es die Möglichkeit mithilfe des Windows 7 PE Builder sich eine bootbare Windows DVD zu erstellen, mit welcher man den PC starten kann. Wenn wir mit einer solchen Windows 7 PE Builder DVD den PC booten, dann können wir von dort aus das Windows Betriebssystem mit dem Drive Image XML Image überschreiben. Denn das Windows auf der Festplatte wird in diesem Moment nicht aktiv verwendet.


 


 


Windows 7 PE Builder DVD:
 


Fangen wir mit dem schwierigeren Teil an, der Windows DVD mithilfe des PE-Builder. Da hier jetzt aber jeder Schritt und jeder Klick einzeln erklärt wird, sollte es hoffentlich nicht allzu schwer sein. Nehmt Euch hierfür am besten 2 Stunden Zeit, dann habt Ihr genügend Zeit um alles in Ruhe zu machen. Diese Notfall CD ist auch gut dafür geeignet, um an PCs die nicht mehr starten Daten zu sichern.

 

  • Vista statt Windows 7: Wer nur eine Windows Vista DVD zur Verfügung hat, und kein Windows 7, kann unter diesem Link hier auch einen Windows Builder für Vista herunterladen.

     
  1. Installation Winbuilder: Besucht die folgende Seite und downloaded den PE-Builder.
    (Falls der Link nicht mehr funktioniert, könnt Ihr auch mit Google suchen nach: "Win7PE Download")

    Klickt auf Download – und speichert diese Datei auf Eurer Festplatte auf z.B. D: direkt im Hauptverzeichnis ab. Dann geht in den Windows Explorer und entpackt diese Datei, z.B.  mit dem Program 7-Zip oder Winrar.
    Benennt den Ordner um in win7pe2012 – es ist wichtig dass kein Leerzeichen in den Ordner-Namen enthalten ist.


     
  2. Windows 7 DVD: Legt die Windows 7 DVD ein, klickt das Fenster vom Autostart der CD weg und öffnet den Windows Explorer.
    Geht auf Eure Festplatte D: und klickt auf Datei – Neu – Ordner und rechtsklickt diesen Ordner – Umbenennen, und gebt ihm den Namen win7
    Dann wechselt auf Eurer DVD Laufwerk, und markiert im Hauptverzeichnis den gesamten Inhalt, also alle Dateien und Ordner – Kopieren und geht dann auf D: in den Ordner win7 – und klickt dort auf Einfügen (Dieses dauert einige Minuten)


     
  3. Drive Image XML auf den USB Stick:
    Besucht nun die Chip.de Seite, und ladet Drive Image herunter und installiert es ganz normal auf Eure Festplatte.
    Anschließend geht in den Windows Explorer auf C:\Programme\Runtime Software\ und kopiert den Ordner Drive Image XML und speichert ihn auf Eurem USB Stick ab. Drive Image ist immer Portable, auch wenn es installiert wird. Es wird, wenn Ihr von der Winbuilder DVD bootet, problemlos vom USB Stick aus funktionieren.


     
  4. ISO Datei erstellen mit Winbuilder:
    Nun öffnet wieder den Windows Explorer und wechselt in den Ordner win7pe2012 und rechtsklickt die Win7Builder.exe – Start als Administrator.
    Fast alle Einstellungen sind schon in der Voreinstellung richtig eingestellt. Klickt oben wo die 3 Schalter sind auf „Source“ – und wählt in der oberen Zeilen bei „Source directory“ den Schalter „Select a directory“, und sucht den Ordner Computer – D: - Ordner win7 – OK


    Wichtig - VSS hinzufügen: Links bei components klickt auf das kleine „+“ Zeichen und setzt unten den Haken bei „VSS“. Das ist ein Dienst von Windows welcher dafür nötig ist, dass Drive Image XML auf die Festplatte "alleinberechtigt" zugreifen kann.
    Der Winbuilder bietet noch mehr zuschaltbare Optionen, jedoch erhöht jede weitere Option das Risiko, dass Fehler auf der DVD entstehen und nicht mehr davon gebootet werden kann. Deswegen schaltet Ihr am besten lediglich die VSS-Funktion zu.

    Das war es dann schon, klickt nun oben den „Play“ Schalter. Nun fängt der Winbuilder an, eine ISO Datei zusammen zu stellen, dabei werden auch ein paar Dateien aus dem Internet nachgeladen. Nachdem alle Schritte abgeschlossen sind, erscheint ein neues Fenster mit dem Namen „QEMU“, dieses ist ein Simulator. Im Winbuilder wird noch mal ein kurzer Test gestartet.
    Mit der Tastenkombination Strg + Alt wird die Maus wieder „freigebeben“ und Ihr könnt Euch vergewissern, ob auf der Festplatte unter D:\win7pe2012\Iso\ die fertige ISO Datei gespeichert ist. Wenn ja, könnt Ihr das Fenster „QEMU“ schließen und auch den Winbuilder beenden.


     
  5. DVD Image brennen: Startet nun Euer Brennprogramm - zum Beispiel Ashampoo Burning und legt einen leeren DVD Rohling ein. Wichtig ist, dass Ihr nicht die ISO Datei als Daten-CD brennt, sondern dass Ihr die Funktion „ISO Image brennen“ aussucht, damit die ISO Datei beim Brennen auf die DVD "extrahiert" wird.

     
  6. Windows 7 PE Builder DVD testen: Nun sollten wir die DVD testen, also einlegen, den PC Neustarten und im Bios einstellen dass er von der CD starten soll:
    (Modernere PCs mit UEFI statt Bios, müssen im UEFI die Funktion "SecureBoot" deaktivieren)
    Es wird von der DVD automatisch gestartet und es erscheint eine Meldung „Starting (MainC) … No PXE Stack“. Auf manchen PCs kann sein, dass diese Meldung 5-10 Minuten stehen bleibt bevor es weitergeht, also einfach abwarten.
    Dann kommt ein schwarzes Bild, in welchem Ihr die oberste Funktion auswählt: Win7PE starten (Wird nach einigen Sekunden auch automatisch gestartet)
    Anschließend wird ein abgespecktes Windows 7 von der DVD geladen und am Schluss erscheint der Desktop mit der Taskleiste. Unten rechts in der Taskleiste könnt Ihr die Bildschirmauflösung anpassen, unten links in der Taskleiste findet Ihr den Windows Explorer.

    Startet innerhalb der Win7-Builder-DVD den Windows Explorer und wechselt zu dem USB Stick, und startet von diesem Drive Image XML. Am besten testet auch gleich, ob Ihr ein Backup erstellen könnt, die Bedienung von Drive Image XML ist weiter unten im nächsten Kapitel erklärt.


     
  7. Aufräumen: Wenn nun die DVD funktioniert, können die Ordner und Dateien die wir auf D: kopiert haben wieder löschen. Hebt am besten nur noch die ISO Datei auf, damit Ihr jederzeit wieder die fertige Windows 7 PE Builder DVD brennen könnt. Löscht also den win7 Ordner, und den win7pe2012 Ordner und leert anschließend den Papierkorb.

     
  8. Windows 7 Builder von USB starten: Manche Mini-Laptops verfügen über kein CD/DVD Laufwerk. In solchen Fällen kann es dann sinnvoll sein, auf einen USB Stick die Windows Builder Installation unterzubringen. Das ist etwas komplizierter wie von CD, und hier findet Ihr dazu verschiedene Möglichkeiten:
    1) USB Stick manuell bootfähig einrichten (Stick in FAT32 formatieren, und mit Diskpart einrichten bis einschließlich Punkt 10)
    2) Mit dem Programm UNetbootin




     
  9. Alternative für Win7 PE: Ein vollständiges Windows 7 oder 8 mit Windows To Go auf einen USB-Stick oder USB-Festplatte installieren:
    Mithilfe des Programm Windows To Go von Microsoft könnt Ihr übrigens auch ein komplettes Windows 7 oder 8 Betriebssystem auf einen 32 GB großen USB Stick oder eine USB Festplatte installieren. DVD oder Blue Ray kommt bei Win To Go nicht in Frage, da hierbei kein Schreib-Zugriff vorhanden wäre. Verwendet ein Gerät mit USB 3.0 auch wenn Eurer PC nur Ports mit USB 2.0 haben sollte - sonst dauert die Installation und das Booten sehr lange.

    Ein wichtiger Hinweis: Für Windows To Go benötigt Ihr allerdings einen separaten Lizenz-Key um Windows zu aktivieren.

    Außerdem ist die Installation etwas komplizierter und lohnt sich daher für fortgeschrittenere Anwender. Auf
    Chip.de findet Ihr eine Anleitung sowie eine Fotostrecke mit einer Schritt für Schritt Beschreibung. Ein bootbares vollwertiges Windows bietet natürlich einen "perfekten" Komfort.







 

 

Drive Image XML:


Kommen wir nun zu der Bedienung von Drive Image XML. Den Download findet Ihr auf Chip.de. Nach der Installation von Drive Image XML findet Ihr im Hauptmenü unten Links die drei relevanten Funktionen:

Backup – Erstellt ein Backup (Image) von einem Festplattenlaufwerk
Restore – Spielt ein gespeichertes Backup (Image) auf ein Festplattenlaufwerk zurück
Browse – Hiermit kann man in ein gespeichertes Backup reinschauen, und einzelne Dateien oder Ordner zurückspielen


 

  1. Backup: Überlegt Euch als erstes wo Ihr Euer Backup sichern möchtet. Wenn Ihr nur C: sichert benötigt ein Backup bei Windows XP ca. 3 GB. Ihr könnt z.B. auf der Festplatte D: einen Ordner mit dem Namen „Backups“ erstellen. In diesem Ordner erstellt Ihr dann für jedes Backup einen Unterordner mit dem Namen „2008-10-02-Windows“ Falls Ihr mehrere PCs habt, solltet Ihr auch noch den Namen des PCs in den Ordnernamen schreiben. Dieses Backup ist auf D: gut aufgehoben, und falls Ihr eine weitere Festplatte habt könnt Ihr es auch dort noch einmal sichern, oder es später auch auf eine DVD brennen. (Dann ginge das Backup auch nicht verloren wenn die Festplatte irgendwann kaputt geht)

    Also, klickt auf Backup – und markiert dann die Festplatte die Ihr sichern möchtet, in diesem Falle z.B. C:. Klickt dann unten rechts auf Next und dann noch mal auf Next. Dann kommt ein neues Menü: Wählt in der oberen Zeile den Ordner aus in den das Backup erstellt werden soll, und macht bei Options bei „Split Large Files“ das Häkchen rein, bei RAW Mode unbedingt den Haken raus, und sucht Euch bei Compression aus wie gut das Backup Komprimiert werden soll – je besser desto länger dauert es natürlich, aber braucht auch weniger Speicherplatz.

    Klickt nun auf Next, und er fängt mit dem Backup an, das dauert eine Weile – Pro belegtes GB ca. 3-10 Minuten, je nach Geschwindigkeit des PCs und der gewählten Komprimierungsmethode.
    Wenn er fertig ist, wird der zuerst graue „Finish“ Schalter schwarz, sodass Ihr ihn anklicken könnt.

    Im Windows Explorer liegen nun in dem Backuporder je nach Dateigröße mehrere Dateien: Drive_C.dat, Drive_C.001, Drive_C.002 … und eine Drive_C.xml – Diese alle dürft Ihr nicht nachträglich umbenennen, sonst funktioniert das Zurückspielen nicht mehr.

    Anmerkung: Bei manchen PCs kommt beim Erstellen des Backups eine Fehlermeldung wie: „Could not initialisize Windows Volume Shadow Services (VSS)“ – obwohl wie in der Hilfe beschrieben die richtigen Windows-Dienste laufen. Ihr könntet zwar trotzdem ein Backup erstellen aber manche Bootsektoren werden dann nicht mit gesichert und beim Zurückspielen eines solchen Backups würde es dann zu Problemen führen. Daher können alle Benutzern die eine solche Fehlermeldung bekommen, einfach den PC mithilfe der Windows 7 Builder DVD starten und von da aus das Backup zu erstellen – da funktioniert es dann einwandfrei und ohne Fehlermeldungen. Wenn bei Booten von DVD immer noch diese Meldung (VSS Error) erscheint, kann das in diesem Falle aber
    ignoriert werden, weil beim Starten von einer Boot-DVD die Festplatte eh nicht verwendet wird.


     
  2. Restore: Falls Ihr irgendwann ein Backup von Windows zurückspielen möchtet, startet Ihr von der Windows 7 Builder DVD.
    Dann startet Drive Image XML und klickt auf Restore. Markiert nun die Zeile, in welche Festplattenpartition das Backup zurückgespielt werden soll, also z.B. C:. (Achtet zur Sicherheit auch auf Größe der Festplatte, C: ist ja in der Regel die kleinste Festplatte) Passt genau auf, dass Ihr nicht versehentlich die falsche Zeile anklickt. Klickt auf Next, und wählt nun die Backupdatei an, die Zurückgespielt werden soll – Öffnen oder Doppelklick – Next. Nun zeigt er noch mal alles an, klickt wieder auf Next:
    Dann kommt eine Rote Sicherheitswarnung, nämlich dass alle Daten auf C:, die jetzt vorhanden sind, durch das Backup überschrieben werden. Um ganz sicher zu sein sollt Ihr einen kleinen Text eintippen, z.B.
    „DISK0#1“ Tippt dieses ein und klickt dann auf OK. Dann startet der Wiederherstellungsprozess, wenn er Fertig ist wird der zuerst graue „Finish“ Schalter schwarz, sodass Ihr ihn anklicken könnt.
    Anmerkung: Mit manchen Boot CDs funktioniert die Sprachumstellung auf Deutsches Tastaturlayout nicht, das ist nicht weiter tragisch aber mit der englischen Tastatur ist das # Symbol nicht wie beim Deutschen Tastatur neben der Enter Taste, sondern unter Shift – 3 zu finden.


     
  3. Browse: Falls Ihr mal nur eine einzelne Datei oder einen bestimmten Ordner zurückspielen möchtet aus einem Backup, geht das indem Ihr im Hauptmenü von Drive Image XML auf Browse klickt, dann die Backupdatei auswählt und auf öffnen klickt. Dann lädt er einen Moment und Ihr bekommt eine Ordnerstruktur ähnlich wie die im Windows Explorer. Scrollt zu der Datei oder dem Ordner und klickt diesen mit rechter Maustaste an – Extract und wählt den Ordner aus wohin er diese Datei zurückspielen soll, z.B. auf D:. Dann arbeitet er kurz, und Ihr könnt Drive Image wieder beenden und im Windows Explorer findet Ihr die zurückgespielte Datei aus dem Backup.



 

 

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Letzte Änderung: 19.09.2015 21:28:19




 



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