Empfehlenswerte Antiviren Programme












 

Antiviren Schutzprogramme für Windows:
 

(Ein Beispiel im übertragenen Sinn)
Mit diesem Schritt stellen wir Wachen um unser Auto auf, die aber teilweise ausgetrickst werden können.


Alle nun folgenden Schutzprogramme stehen an der "letzten Stelle" der Verteidigung vor Viren. Wenn eines dieser Programme etwas findet zeigt uns das, dass wir uns zuvor nicht "sicher genug" verhalten haben. Der optimale Fall wäre, dass diese Programme also nie zur Anwendung kommen. Wichtig ist es, Sicherheitsprogramme und besonders den Virenscanner automatisch updaten zu lassen. In der Voreinstellung des Virenscanners geschieht dieses in der Regel alle 2-3 Stunden und dies ist auch sinnvoll.


Seid allerdings darauf bedacht, dass Schutzprogramme nie alle Viren und Schädlinge finden, und das es Viren gibt die den Antivirus umgehen können. Daher kann man sich auf Schutzprogramme leider nicht 100%-ig verlassen:

 

Ein Antivirenprogramm hat eine interne Signatur-Datenbank, "wie" der Schadcode von den bekannten Viren aussieht. Mit dieser Datenbank vergleicht er alle Dateien auf der Festplatte. Sobald er eine Übereinstimmung einer Datei mit einer seiner Signaturen findet, schlägt er Alarm. Dass muss dann aber nicht unbedingt 100%ig bedeuten, dass diese Datei auch wirklich infiziert ist.

Wenn der Antivirus hingegen keine Übereinstimmung findet, schlägt er keinen Alarm. Dieses wiederum muss auch nicht unbedingt bedeuten, dass diese Datei wirklich Virenfrei ist. So ganz 100%ig weiß man also nie, auch nicht mit einem Virenscanner - ob eine Datei nun infiziert ist oder nicht. Deswegen werden hier die Antiviren-Programme als "letzter Schutz" eingeordnet.

Man kann aber eine fragwürdige Datei auch im Internet hochladen, und dort mit vielen verschiedenen Scannern gleichzeitig scannen lassen, um die Wahrscheinlichkeit eines Fehlalarms zu senken, siehe weiter unten.



Nach meiner bisherigen Erfahrung, können Virenscanner nur bei ca. 50% -70% der Schädlinge, effektiv diese daran hindern, dass das System infiziert wird. Bei schlechten Antivirenprogrammen sind es teilweise sogar nur 30% der Schädlinge, die aufgehalten werden können. Besonders bei aggressiven Würmern und Trojanern, sind Virenscanner oft „machtlos“. Deswegen sind die Kapitel 01-05 der Anleitung viel wichtiger, da diese wirklich dafür sorgen, dass das System erst gar nicht infiziert wird.

Was Virenscanner nicht können, könnt Ihr auch auf cidres gut beschrieben nachlesen. Das einzige Gute an einem Antivirus-Programm ist, dass es bei einem manuellen vollständigen Scan mit 97-99% Zuverlässigkeit Alarm schlägt. Dadurch weiß man dann: "OK, Windows ist infiziert, ich muss etwas unternehmen."

 

Es sollte übrigens immer nur ein reiner Virenscanner installiert werden, nicht diese ganzen „Komplett-Pakete“, welche sehr in Mode sind. Denn diese Komplett-Pakete (Internet Security) verlangsamen den ganzen Rechner merklich, lassen den Computer schneller abstürzen, sie sind teuer und bringen kaum zusätzliche Sicherheit. Einen reinen Antivirus-Scanner bekommt man übrigens oft günstiger, wenn man diesen z.B. bei Amazon oder Ebay bestellt, statt auf der Homepage des Hersteller.





 

Folgende kostenpflichtige Virenscanner sind besonders empfehlenswert:
- Stand: August 2015 -

Um ein infiziertes System zu bereinigen, sollte einer dieser Scanner benutzt werde. Wer seinen Internet-Browser (siehe Kapitel 02) nicht abgesichert hat, erreicht ja nur maximal eine "befriedigende" Sicherheit. Donn lohnt es sich ebenfalls einen dieser kostenpflichtigen Virenscanner zu nutzen.



  1. Eset NOD32: Der NOD32 bietet sehr gute Erkennungsraten, ist sehr übersichtlich, liefert sehr schnelle Updates, und benötigt nur sehr geringe Ressourcen.
    Wenn man den "Gamer-Modus" aktiviert, braucht NOD32 100% gar keine Ressourcen mehr.

     
  2. Kaspersky Anti-Virus: Kaspersky bietet eine sehr gute Erkennungsrate, ist Übersichtlich, liefert sehr schnelle Updates, arbeitet sehr zuverlässig, und benötigt mittlere Ressourcen.
     
  3. Bitdefender: Der Bitdefender bietet gute Erkennungsraten, ist etwas unübersichtlich, liefert schnelle Updates, und benötigt höhere Ressourcen.



     
  4. Auf der Seite av-comparatives.org findet ihr von einem neutralen und damit seriösen Anbieter, welcher professionelle Tests von Antiviren-Programmen durchführt. Dort wird regelmäßig mit den neuesten Antivirus-Versionen der Hersteller auf alle bekannten Viren getestet. Die Seite av-comparatives ist inzwischen sogar nach ISO 9001:2015 zertifiziert, welches bedeutet dass eine unabhängige Gruppe geprüft hat, das alle Tests und Vorgehensweisen von av-comparatives den höchsten Qualitäts-Ansprüchen entsprechen!
    Es gibt separate Tests für die Vollsuche (File-Detection), für den Betrieb im Alltag (Real-World) sowie für die Leistung die der Scanner benötigt (Performance). Auch für noch unbekannte Viren (Heuristic), für Falschalarme (False Alarms) und wie gut ein Virus erfolgreich gelöscht werden kann (Malware Removal) gibt es Tests.
    Dadurch ergibt sich ein wirklich umfassendes und authentisches Bild über die Leistungsfähigkeit der Virenscanner. Wer es also genau wissen möchte, sollte die Webseite av-comparatives also unbedingt einmal besuchen!

 

Der Norton Virenscanner bekommt merkwürdigerweise von einigen Testberichten ebenfalls oft sehr gute Bewertungen. In meinen 12 Jahren Erfahrungen funktioniert der Norton Antivirus aber gar nicht gut. Auch schneidet der Norton Antivirus bei manchen unabhängigen Tests wie z.B. auf av-comparatives.org beim „Retrospective / Proactive Test“ recht schlecht ab, da stellt sich mir dann die Frage, wie sehr man den „angeblich guten“ Bewertungen trauen kann....







 

Folgende kostenlose Virenscanner sind ebenfalls empfehlenswert:

Ein kostenloser Virenscanner ist ausreichend für Benutzer, welche nach dem Sicherheitsrechner mindestens eine „gute“ Sicherheit erreichen. Wer sogar eine „sehr gute“ Sicherheit erreicht und PC-Erfahrung mitbringt, kann auch ganz komplett ohne Virenscanner arbeiten.

 

  1. AntiVir: Avira bietet mittelgute Erkennungsraten, liefert befriedigend schnell Updates, benötigt wenige Ressourcen, und hat nur hin und wieder Probleme mit Fehlalarmen. Bei Avira sollte man also immer erst kontrollieren ob es wirklich ein Virus oder ein Fehlalarm ist.
     
  2. Avast: Avast bietet mittelgute Erkennungsraten, liefert ausreichend schnell Updates, benötigt wenige Ressourcen, läuft aber zuverlässig.

    Tipp: Um ein Antivirus Programm ganz sauber zu deinstallieren, gibt es übrigens auch spezielle
    Removal-Tools







     

Online – Virenscanner:

  1. Scannen des ganzen Computer:
    Auf den folgenden Seiten gibt es Online-Virenscanner, auf denen der ganze PC online auf Viren geprüft werden kann:
    Bitdefender Quick Scan
    Esets Free Online Scan
    F-Secure Online Scnanner


     
  2. Scannen von einzelnen Dateien:
    Falls Ihr Euch mal bei einer einzelnen Datei nicht sicher seid, ob diese vielleicht einen Virus enthält, könnt Ihr diese Datei auch im Internet hochladen, und dort mit vielen verschiedenen Scannern gleichzeitig scannen lassen. Diese Option sollte auch immer dann genutzt werden, wenn Euer Antivirus eine Datei als Virus erkennt - und Ihr sichergehen möchtet, dass es sich nicht vielleicht um einen Fehlalarm handelt:
    Virenscan.org
    VirusTotal.com


     

    Bei allen diesen Produkten handelt es sich um gute Qualität, wobei die oberen Produkte eher zu empfehlen sind. Die Empfehlung für die Leser lautet, sich für eins von diesen hier aufgeführten Programmen zu entscheiden, und nur den reinen Virenscanner auszuwählen, nicht die Komplett-Pakete mit integrierten Desktop-Firewalls.

    Tipps mit welcher Methode Ihr am besten nach Viren scannt findet Ihr im
    Kapitel 08.

    Es darf (natürlich) immer nur ein Virenscanner aktiviert sein, niemals zwei gleichzeitig. Diese würden sich sonst gegenseitig behindern, und im schlimmsten Falle kann der PC nicht mehr gestartet werden.









Weitere Schutzprogramme:



Rootkit Schutzprogramme:

Rootkits sind Programme, die andere Prozesse verstecken können. Diese Rootkits werden gerne dazu benutzt, um Viren, Trojaner etc. so gut zu verstecken, dass der Virenscanner diese nicht mehr so leicht findet. Aber auch jedes Rootkit hinterlässt irgendwo seine Spuren auf dem PC. Inzwischen sind die meisten Antivirenhersteller in der Lage auch die Rootkits aufzuspüren, daher ist ein extra Rootkit-Scanner nicht mehr erforderlich.



 



Antispyware Schutzprogramme:

Anti – Spywareprogramme sind gut dafür geeignet, wenn sich Spyware oder Hijacker installiert haben, diese wieder loszuwerden. Inzwischen sind die meisten Virenscanner allerdings auch im Spyware-Bereich so gut, dass es nicht mehr nötig ist separate Anti-Spyware Programme zu installieren.





 

HiJack This Kontroll-Programm:

Das Programm HiJack This ist normalerweise nicht erforderlich, aber es bietet trotzdem (für erfahrene Anwender) sehr gute Funktionalitäten. Es kann nämlich aktuellen laufenden Programme und Tasks von Windows auslesen. Davon wird dann eine Liste erstellt, welche in einer Automatischen Online Logauswertung auf Schädlinge hin geprüft werden kann. Damit kann schnell und einfach herausgefunden werden, ob etwas, oder was alles, im Hintergrund mitläuft. Dieses ist eine gute zusätzliche Möglichkeit zur Prüfung, ob eventuell Viren oder sonstige Schadprogramme auf dem PC aktiv sind.

Gute Bedienungsanleitungen findet Ihr im
HiJackthis Forum und auf Wintotal.

Auf der Seite liutilities könnt Ihr bei Bedarf zusätzlich noch nachschauen, ob Einträge in Eurem Log-File harmlos sind, oder ob es sich vielleicht um einen Schädling handelt.

Benutzt das Programm HiJack This aber am besten nur dafür, um ein Log-File zu erstellen. Es kann zwar auch Einträge Fixen (löschen), aber wenn damit versehentlich etwas falsches gelöscht wird, kommt man eventuell gar nicht mehr ins Internet. Daher sollten nur erfahrene PC-Nutzer mit diesem Programm Einträge löschen.





 

TCP View und a-squared HiJackFree:

  • TCP View: Dieses ist ein kleines Programm, (normalerweise nicht erforderlich) mit dem man sehen kann welche Ports gerade verwendet werden. Wer also keine Firewall nutzt, kann auch mit diesem nützlichen Programm in die Liste der aktiven Ports schauen. Eine Liste, welche Ports für was verwendet werden, findet Ihr auf Emsisoft

     
  • a-squared HiJackFree:
    Hierbei handelt es sich um ein umfangreiches Programm welches ähnlich wie HiJack This, alle Ports, aktive Prozesse, Autorun-Programme, und Dienste anzeigt. Diese werden mit einer Datenbank verglichen und farblich markiert, ob es sich um sichere Programme, unbekannte, oder ob es sich um Schädlinge handelt. Ein sehr schönes Programm - keine Frage, welches allerdings meiner Meinung nach, nicht unbedingt erforderlich ist.



     




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Letzte Änderung: 01.10.2016 13:13:13






 



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