Datenschutz und Anonymität





Kapitel 15



 

(Ein Beispiel im übertragenen Sinn)
Mit diesem Schritt lassen den Kofferraum mit unseren persönlichen Gegenständen nicht offen.

 


 

Im Thema Datenschutz geht es darum wie man seine Daten schützen kann. Es gibt persönliche Dateien auf der Festplatte die man vor Fremd-Zugriffen schützen möchte, persönliche Daten wie Telefon-Nummern, Adressen, oder auch Bank-Daten.



 

  • Die größte Gefahr für den Datenschutz am PC / Laptop mit Windows sind Viren, Trojaner, Hijacker, Spyware etc. Wenn es so ein Schädling einmal auf den Windows-PC geschafft hat, kann man nicht mehr sicher sein. Dann wird der PCs gescannt, Passwörter werden ausspioniert oder im harmlosesten Fall wird nur das Surfverhalten an Werbefirmen weitergeleitet, um so den Benutzer mit gezielter Werbung zu versorgen. Hier kann man nur noch Formatieren oder ein Backup zurückspielen, um wieder ganz sicher zu sein.

     
  • Eine weitere Gefahr ist es, wenn man auf Internetseiten persönliche Informationen (Adresse, Email, etc.) angibt, oder Fotos von sich im Internet veröffentlicht. Was einmal im Internet hochgeladen wird, ist nur sehr schwer bis unmöglich wieder zu entfernen.

     
  • Seit Windows 10 sammelt leider nun auch Microsoft sehr viele Daten Ihrer Nutzer. Zumindest, wenn man die Standard-Einstellungen von Windows 10 verwendet. Zum Beispiel werden sämtliche Tastatur-Eingaben und der Browser-Verlauf übermittelt. Ihr könnt zum Glück jedoch bei Windows 10 alle kritischen Funktionen deaktivieren.

     
  • Smartphones sind die aktuellste und schlimmste Form eines gläsernen Anwenders: Die Menschen werden durch "nützliche" Portale wie Facebook, Google-Dienste und Whatsapp angelockt. Die Sicherheitseinstellungen auf den meisten Smartphones mit Googles Android, oder Apples iPhones sind eh schon relativ mager. Wenn dann noch Apps und Dienste von Facebook, Google und Whatsapp verwendet werden, verwandelt sich das Smartphone in eine "perfekte Wanze". Diese Apps/Dienste verlangen teilweise die Berechtigungen, um auf sämtliche privaten Daten zugreifen zu dürfen, zum Beispiel auf die gespeicherten Dateien, auf die Kontakte im Adressbuch, die Ortung mit GPS, auf die Kamera (Front und Rückseite) und das Mikrophon. Damit ist eine "perfekte" Überwachung möglich, und niemand weiß welche Daten bereits alle gespeichert und analysiert werden. Auch alle Klicks im Internet, besuchte Seiten etc. werden gespeichert, und können dank der Telefonnummer der SIM-Karte auch direkt der entsprechenden Person zugeordnet werden.

    Schützen könnt Ihr Euch, indem Ihr Portale nicht nutzt, welche auf unseriöse Weise auf Eure Daten zugreifen. Es gibt auch den Smartphone Hersteller
    Blackberry, welcher sehr gute Einstellungsmöglichkeiten zur Sicherheit und Verschlüsselung anbietet.


     
  • Eine eher harmlose Gefahr geht von Cookies aus, anhand dessen können Internetseiten nichts Persönliches über den Benutzer herausfinden. Aber sie können das Surf-Verhalten eines Surfers analysieren und diesem gezielte Werbung auf der Internetseite zeigen. Deswegen sollte man die Cookies von Zeit zu Zeit löschen, wie z.B. mit dem CCleaner. Oder stellt Euren Browser so ein, dass beim Beenden die Cookies automatisch gelöscht werden. (Nur Sitzungscookies zulassen)

     


 

 

Gibt es eine 100%-ige Sicherheit?

Leider gibt es diese nicht, denn grundsätzlich gilt: Knacken kann man alles, nur der Aufwand, die Fachkenntnisse und damit die Kosten werden immer höher je sicherer ein PC eingestellt ist. Nur wenn das Kabel vom PC zum Internet ganz getrennt ist, der PC ausgeschaltet ist, oder der Router ausgeschaltet ist, wäre es logischerweise zu 100% unmöglich über das Internet auf den PC zuzugreifen.

 

        Hier ein paar Beispiel-Zahlen dazu, einmal ganz hypothetisch:

  • Einen FBI-Server zu knacken kostet z.B. 2.000.000,- EUR
  • Einen gut geschützten privaten PC zu knacken kostet z.B. 20.000,- EUR
  • Einen schlecht geschützten privaten PC zu knacken kostet nur 1,- EUR 
    (Denn das kann jeder auch wer keine Ahnung hat, mit Standardprogrammen aus dem Internet)

 

Wenn Ihr also nicht gerade geheime Akten auf Eurem PC gespeichert habt, wird wohl kaum jemand soviel Aufwand investieren wollen um an Eure Daten zu kommen.

Da allerdings sehr viele unwissende PC Nutzer mit nur sehr schlecht geschützten PCs im Internet unterwegs sind, versuchen viele unseriöse und kriminelle Organisationen mit sehr einfachen Mitteln, auf solche ungeschützte PCs zuzugreifen. Bei allen gut gesicherten Systemen, sowie bei aufmerksamen Anwendern welche nicht auf Spam-Emails hereinfallen, scheitern solche Versuche.


 

 

 


Kann jeder beliebige über das Internet private Informationen
über mich herausfinden – wie gläsern bin ich?


Private Informationen von einem Benutzer dürfen normale Internet Anbieter wie z.B. Web.De, Ebay oder Google nur dann weitergeben, wenn die Polizei einen Gerichtsbeschluss dafür vorliegen hat. Wenn also jemandem Gesetzwidriges nachgewiesen werden kann, und diese Daten für die Ermittlung nötig sind. An Privatpersonen dürfen solche Internet Anbieter natürlich keine Daten weitergeben, das wäre ja noch schöner.

Da müssten schon „Bestechungsgelder“ fließen, oder ein Profi-Hacker am Werk sein, dass eine Privatperson von einem Internet Anbieter private Informationen erhalten kann.
 

Etwas anderes ist es, wenn persönliche Informationen von mir, durch mein eigenes Surf-Verhalten im Internet öffentlich zugänglich gemacht werden. Zum Beispiel wenn ich in einem öffentlichen Forum meinen Namen und Adresse hinterlassen habe, dann kann das natürlich jeder finden, der mit einer Suchmaschine danach sucht.

Wenn Ihr allerdings Smartphones wie iPhones oder Android-Betriebssystem nutzt, besagen deren AGB, dass Euer Nutzerverhalten weitgehend weitergeleitet werden. Auch bei Windows 10 in den Standard-Einstellungen ist das inzwischen so. Bei diesen Systemen gebt Ihr also einige Eurer persönlichen Daten preis.

Oder wenn ein anderer Internetbenutzer von mir persönliche Informationen ins öffentliche Internet stellt – ob absichtlich oder unwissentlich – dann kann das auch wieder jeder finden. Dagegen kann man dann zwar Gerichtlich vorgehen, aber wenn der Server auf dem diese Information gespeichert ist z.B. im Ausland steht, dann kann es sehr lange dauern, oder sogar unmöglich sein das Recht auf Löschung durchsetzen zu können.

 

Um sich zu schützen, dass private Informationen und Daten im öffentlichen Internet landen, kann man darauf achten erst gar nicht persönliche Informationen im Internet zu veröffentlichen. Wenn man sich irgendwo anmeldet, braucht man in der Regel nur einen Nick-Namen und eine Emailadresse. In Foren und Chatprogrammen sollte man nie echte Adressen und Telefonnummern eingeben. Auch echte Fotos von sich hochzuladen, sollte vorher gut überlegt werden. Alles was man in einem Forum/Blog schreibt, bleibt in der Regel auf ewig im Internet gespeichert. Ihr könnt ja mal nach Euch selber suchen, sucht dazu bei Google nach Eurem Namen, nach Eurer Emailadresse, oder nach Eurem Nicknamen - und schaut was Ihr alles findet.



Eine Ausnahme bilden natürlich die Geheimdienste: Wie wir durch die NSA-Skandale erfahren haben, werden von den Geheimdiensten alle Daten welche über das Internet verschickt werden, aufgezeichnet. Das bedeutet jede Email oder SMS die ich versende kann als Kopie auf einer Festplatte eines Geheimdienstes landen. Vermutlich wird nicht jede Email einzeln von denen gelesen, sonst müssten diese ja Millionen an Mitarbeitern beschäftigen. Aber sicherlich werden die ganzen Texte auf "Auffälligkeiten" gescannt und wenn der Scanner "Alarm schlägt", werden die Daten vermutlich genauer unter die Lupe genommen.

Auch modernste Techniken um den gesamten Internet-Traffic in Echtzeit zu scannen und zu analysieren, sind inzwischen entwickelt worden und werden in vielleicht nicht allzuweiter Zukunft aktiviert.







Datenschutz & Surfverhalten nicht analysieren lassen:

Wenn man nicht möchte, dass das eigene Surf- und Kaufverhalten von Firmen analysiert wird, sollte man keine unseriösen Programme installieren die Spyware enthalten oder sonst fragwürdig sind. Zum Beispiel die ganzen Toolbars für die Browser, die meisten Google-Programme und Tauschbörsen. Auch sollte man regelmäßig die Cookies löschen, die sonst den Internetseiten ermöglichen das Surfverhalten zurückzuverfolgen. Lediglich die Google-Suchmaschine ist einigermaßen anonym, aber sobald man Google-Anwendungen mit Anmeldung verwendet, wird das gesamte Verhalten des Nutzers von Google analysiert, und auf immer gespeichert.


Besonders schlimm ist das Ausspionieren der Verhaltensweisen der Nutzer bei Facebook, Whatsapp, Yahoo und bei Google. Der Chrome Browser gehört Google und ist daher auch betroffen. Facebook, Yahoo und Google locken die User mit vielen tollen kostenlosen Funktionen, wo viele einfach nicht „Nein“ sagen können. Aber das alles wird damit bezahlt, dass sämtliche Mausklicks auf ewig gespeichert werden, das gesamte Verhalten und Leben der Menschen für Marktforschungszwecke analysiert wird, und wer weis für was sonst noch. Facebook zum Beispiel sichert sich die vollen Rechte an allen Bildern welche die Anwender dort hochladen.


Die Presse - Was Google mit unseren Daten macht
Chip Online - Das Profil was Google erstellt
Focus.de - Milliardengeschäft mit den Daten

 

Im Realleben kann man auf die ganzen Punkte/Bonus-Karten verzichten, beim Tanken und Einkaufen etc. Denn hierbei werden auch immer persönlichen Daten und Verhaltensweisen für Marketing Zwecke gesammelt.




 


 

Ich werde persönlich verfolgt?

Auch zu diesem Thema möchte Ich ein wenig schreiben, denn es gibt Hin und wieder auch solche Fragen. Es sind sicherlich seltene Fälle und in manchen Fällen hat der Betroffene aus psychischen Gründen vielleicht auch nur das individuelle Gefühl, persönlich verfolgt zu werden. Aber es gibt bestimmt auch Fälle, wo wirklich Menschen derart verfolgt werden, wie z.B. wenn jemand aus einer Sekte austritt.

Wenn dann auch die Polizei, sowie Formatieren und Neuaufsetzen mit den höchsten Sicherheitseinstellungen 
nicht mehr weiterhelfen, kann man in einer solchen Situation leider nicht viel tun um die Verfolger „loszuwerden“. Denn es gibt immer PC-Experten die noch besser sind, um auch die höchsten Sicherheiten zu umgehen. Daher kann man dann nur anders mit der Situation umgehen, um dadurch ein lebenswerteres Leben führen zu können. Nämlich indem man seine eigenen Wünsche und die eigenen Bedürfnisse zurückstellt. Dadurch hat der Verfolger dann keine Macht mehr über die betroffene Person.

Das Loslassen der eigenen Wünsche mag Anfangs schwer fallen, kostet aber weniger Energie als „den Rest des Lebens" kämpfen zu müssen. Und wenn der Verfolger merkt dass alle seine Schikanen ins Leere laufen, kann es auch sein dass er bald das Interesse verliert.

 

 

 

 

Anonym Surfen mit einem Proxy-Server: 
 

(Ein Beispiel im übertragenen Sinn)
Mit diesem Schritt fahren wir mit einem anderen Nummernschild.

 

Einige Leser haben sich zu diesem Thema noch eine Ergänzung gewünscht. Immer wenn wir uns ins Internet einloggen, bekommen wir von unserem Provider eine IP-Adresse zugewiesen. Diese ist unsere Adresse im Internet. Jede Seite die wir besuchen kann unsere IP sehen. Welche Person sich hinter einer IP verbirgt weiß aber nur der Internetprovider. Wenn wir uns aus dem Internet ausloggen und neu einloggen bekommen wir (bei dem Standard IPv4 Verfahren) eine neue andere IP Adresse zugewiesen. Spätestens nach 24 Stunden.

Wenn man z.B. den Firefox benutzt, und in diesem einstellt dass bei jedem Beenden die privaten Daten (z.B. die Cookies) gelöscht werden, dann ist man auch ohne Proxy-Server einigermaßen anonym unterwegs. Denn ohne Gerichtsbeschluss kann normal keiner herausfinden, welche Person die IP Adresse nutzt. Nur die Behörden können bei dem Internet Provider diese Auskunft einholen. Es ist allerdings wichtig, dass der PC jederzeit frei von Viren, Trojanern und Spyware etc. ist!


 

Es gibt Programme und Möglichkeiten, mit welchen über einen „Drittanbieter“, die eigene Herkunft im Internet (die IP Adresse) verschleiert wird. So etwas funktioniert über so genannte Proxy-Server. Hierbei surft der Anwender dann mit einer gefälschten IP Adresse, statt mit der eigenen. Klingt eigentlich ganz gut, funktioniert in der Praxis aber meist recht schlecht. Denn die Surf-Geschwindigkeit wird damit stark verlangsamt, so als ob man mit einem ISDN Modem surfen würde.

Daher lohnt es sich normalerweise nicht, einen solchen Dienst zu nutzen. Falls jemand einen solchen Dienst für nicht legale Zwecke, wie z.B. Raubkopien nutzen wollte, würde ihm das auch nicht zuverlässig weiterhelfen. Denn auch Proxy-Anbieter müssen die Daten bei Bedarf den Behörden weitergeben.

Weiterhin überwachen die Behörden die Anonymisierungs-Dienste vorsorglich und sorgfältig, so dass Personen auch gerade erst durch die Verwendung eines solchen Dienstes, ins Visier geraten können.




Ein sehr einfach zu bedienender und kostenloser Proxy Server ist auf jeden Fall der TOR-Browser. Dieses Paket läuft "portable" und ist schon komplett fertig zur Verwendung konfiguriert. Einfach herunterladen, entpacken und starten - und Ihr surft mit "fremden IP Adressen", also anonym.

Von
JonDonym gibt es ein ähnlich gutes Softwarepaket um Anonym zu surfen.



Wer sich noch weiter für dieses Thema interessiert, findet auf den folgenden Internetseiten viele Informationen und Möglichkeiten wie man einen Proxy einrichten kann:
Security-World - Proxy
Protecus - Anonym Surfen
Proxomitron
Hidemyass.com




Sinnvoll kann der Einsatz eines solchen Anonymisierungs-Tools für z.B. Journalisten im Ausland sein, wenn diese an brisanten Themen arbeiten. Hierbei ist es dann erforderlich, sich sehr ausgiebig zu informieren. Denn alleine die Verwendung vom TOR-Browser sichert noch nicht alle Gefahren ab. Wichtig ist zum Beispiel weiterhin, dass auch die Daten vom eigenen PC bis zum TOR-Portal, bereits verschlüsselt übertragen werden. Auch die Verschlüsselungs-Zertifikate müssen alle ihre Richtigkeit haben. Optimaler weise startet man den PC/Laptop von einer speziellen Linux-Live-DVD mit zufälliger MAC-Adresse, und schaltet im Browser weiterhin die Skripte, die Cookies und den Adobe Flash Player ab. Einen weiteren Artikel dazu findet Ihr auch auf heise.de.






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Letzte Änderung: 19.09.2015 15:35:24



 


 



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