Über die Liebe



Gesicht Jesus Christus am Himmel

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Wenn wir über die Liebe sprechen, lasst uns zunächst schauen, was genau mit Liebe gemeint ist. Denn oft wird Liebe mit ganz anderen Dingen verwechselt. Daher ist es wichtig die Bedeutung "echter Liebe" zu verstehen:

 

Liebe meint natürlich nicht körperliche Nähe oder den „Beischlaf“.

Liebe kennt keine Eifersucht, denn Eifersucht hat mit Verlust-Ängsten zu tun.

Wo Eifersucht im Spiel ist, ist für wahre Liebe (noch) kein Platz.

Liebe meint nicht "verliebt sein" und sie macht nicht blind, sondern sehend.

Liebe ist frei von Abhängigkeiten: Zum Beispiel wenn eine Frau von Ihrem Mann misshandelt wird, aber sie trotzdem sagt: „Ich liebe ihn“. In Wirklichkeit hat sie nur Angst davor, allein und verlassen zu sein.

Liebe ist frei von Angst.

Liebe bedeutet: Jemanden oder etwas „Lieb zu haben“.

Liebe ist nur echt, wenn sie frei von Bedingungen ist:
Ich empfinde also Liebe für jemanden,
auch wenn dieser nicht das tut was ich "für richtig" erachte.

Liebe ist geduldig.

Die Liebe ist universell, sie ist also auch in unserer Arbeit
und bei allen anderen Tätigkeiten nicht ausgenommen.




Die Liebe ist die stärkste Kraft! Ohne Liebe gäbe es nichts Gutes in unserer Welt. Zum Beispiel verdanken wir es der Liebe, dass in unserer Verfassung der Satz steht: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Aber auch all die anderen schönen Dinge, wie z.B. Musik und Kunst können nur durch die Liebe so geschaffen werden, wie sie sind.

 

 

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Niemand kann die Liebe aber schöner, tiefer und treffender Beschreiben,
als es der Apostel Paulus in seinem Brief an die Korinther getan hat:

 

 

"Das Hohelied der Liebe"

"Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.

Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts.

Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und meinen Leib dahingäbe, mich zu rühmen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir's nichts nütze.


Die Liebe ist langmütig und freundlich,
die Liebe eifert nicht,
die Liebe treibt nicht Mutwillen,
sie bläht sich nicht auf,
sie verhält sich nicht ungehörig,
sie sucht nicht das Ihre,
sie lässt sich nicht erbittern,
sie rechnet das Böse nicht zu,
sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit,
sie freut sich aber an der Wahrheit;
sie erträgt alles,
sie glaubt alles,
sie hofft alles,
sie duldet alles.


Die Liebe höret nimmer auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird."

(1.Kor. 13,1-8)




Wenn wir Gottes Geboten (Empfehlungen) folgen möchten, sollten wir diese Zeilen über die Liebe nie vergessen.

Denn wenn wir lieben, machen wir automatisch immer alles gut.
Wer liebt, handelt niemals ungerecht, auch wenn unser Handeln einem anderen nicht "in den Kram“ passt.
Die Liebe allein ist vollkommen.



 


 

Christi Worte über die Feindesliebe:

"Ich aber sage euch:

Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, auf dass ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.

Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner? Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden?

Darum sollt ihr vollkommen sein,
wie euer himmlischer Vater vollkommen ist."

(Mt. 5,44-48)

 


 


Karfreitag Kreuzigung Christus

Das Kreuz Christi zu erkennen als die unüberwindliche Liebe Gottes zu allen Menschen,
zu uns ebenso wie zu unseren Feinden, das ist die beste Klugheit.
(Dietrich Bonhoeffer)

 



Christus fordert uns auf, sogar unseren „Feinden“ Liebe entgegenzubringen. Was sich für manch einen vielleicht „schwer zu erfüllen“ anfühlt, hat aber einen guten Grund: Denn nur die Liebe kann es schaffen, einen sogenannten „bösen“ Menschen zum Guten zu bewegen oder sogar zu verwandeln. Strafen oder „Auge um Auge“ machen einen "bösen" Menschen nur noch "böser", während die Liebe hingegen heilend auf die Seele wirkt. Je heiler die Seele eines Menschen wird, desto friedfertiger und ausgeglichener wird dieser handeln können - auch in schwierigen Zeiten.


 

"So wahr ich lebe,
spricht Gott der HERR:

Ich habe kein Gefallen am Tode des Gottlosen,
sondern dass der Gottlose umkehre von seinem Wege,
und lebe."

(Hes. 33,11)



 

Glück der Liebe

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Gott möchte das „der Böse“ sich bekehrt, er möchte nicht das dieser "umkommt". Christen, die ihre Nachfolge ernst nehmen, können mit Ihrer Liebe dazu beitragen, dass auch „Feinde“ zu besseren Menschen werden können. In dem Maße, in dem wir unsere Feinde lieben, können wir nämlich auch andere Menschen davon überzeugen, das Gottes Weg, der Weg der Liebe, ein guter Weg ist, der „nicht von dieser Welt“ ist.


Liebe bedeutet aber nicht unbedingt, das Verhalten des anderen gutzuheißen. Wir können einen Menschen lieben, aber sein Verhalten trotzdem für verkehrt halten. Im schlimmsten Falle kann wahre Liebe auch bedeuten, sich von dem anderen zu trennen. Denn Gott möchte nicht, dass wir der "Prügelknabe" des anderen sind, oder wir uns mitschuldig an seiner "Sünde" machen, indem wir sie dulden oder hinnehmen.


Wenn wir den anderen nicht verurteilen, dürfen wir immer aussprechen, wenn wir etwas nicht in Ordnung finden. Einen Menschen auf mögliches Fehlverhalten anzusprechen, (und gegebenenfalls Konsequenzen ziehen) ist ebenfalls ein Zeichen von Liebe: Mir ist der andere nämlich nicht egal!


 



 

 

Kreuz Ornament Augustinus

 


 

Wer liebt, denkt nicht
und wer denkt, liebt nicht.
(Oscar Wilde)

 

 

Liebe ohne Wahrheit hilft nicht.
Wahrheit ohne Liebe heilt nicht.
(Unbekannt)

 

 

Wahre Liebe fordert nicht, wahre Liebe gibt.
Sie ist ein Entgegenkommen, ein Geben, aber auch ein Annehmen.
Wahre Liebe ergreift nicht Besitz, sondern gibt Freiheit.
(Marie von Ebner-Eschenbach)

 


Der ist wahrhaft weise, der nur ein Wort kennt: Liebe.
(Birgitta von Schweden)


 

Nichts was man aus Liebe macht, endet böse.
(Unbekannt)


 

Wir müssen unseren Nächsten lieben,
entweder weil er gut ist
oder damit er gut werde.
(Augustinus)


 

 

Es ist merkwürdig,
dass die Menschen über die wichtigsten Dinge im Leben so wenig nachdenken.
(Graham Greene)



 




 

 

Jemanden lieben heißt, ihn so zu sehen, wie Gott ihn gemeint hat.
(Pater Anselm Grün)


 

Wahrheit ohne Liebe ist Lüge.
Wahrheit in Liebe vermag nur der Demütige zu sagen.
(Dietrich Bonhoeffer)


 

Die Welt, so mangelhaft sie auch ist, ist dennoch schön und reich.
Denn sie besteht ja aus lauter Gelegenheiten
zur Liebe.
(Sören Kierkegaard)




Die Liebe vernichtet alles Böse und macht frei von aller Angst.
(Hildegard von Bingen)



 

Es steht immer einer neben uns,
der unsere Liebe braucht.
(Wilhelm von Kügelgen)

 

 

Liebe ist in dem, der liebt,
nicht in dem, der geliebt wird.
(Platon)



 

Es ist unsere Aufgabe,
unseren Glauben so zu leben,
dass er eine Antwort ist
auf die Fragen und Sehnsüchte der Menschen.
(Anselm Grün)

 

 

Weihnachtskarte mit Engel

(Autor des Spruches unbekannt)


 

Wir müssen uns klar werden, wie wir angesichts der Krippe im Stall von Bethlehem
künftig über hoch und niedrig im menschlichen Leben denken wollen.
(Dietrich Bonhoeffer)

 

 

 

 

 

 

Herzlichen Dank für die Abdruckgenehmigung aus der:
Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Vielen Dank für die Lila Blüten sowie die beiden Rahmen von: © Birgit Wiedenhöft

 

Vielen Dank für das Bild
"Karfreitag": © SarahC. / pixelio.de




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Letzte Änderung: 22.12.2016 18:22:20



 



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